na super! Das was bei den Wildigeln steht,ist ja o.k. a b e r bei den Exoten da liegen sie völlig daneben,so ein Schwachsinn. Kann man denen nicht mal was vom Verein her zukommen lassen?
Sodele der EHCE e.V. hat eine Mail an die Igelfreunde in Stuttgartb gesendet mit folgendem Inhalt:
Sehr geehrte Damen und Herren des Igelvereins Stuttgart,
durch unsere Mitglieder wurde wir auf ihre Homepage und ihre dortigen Aussagen über exotische Igel aufmerksam gemacht. Wir vermuten zwar, dass die Aussagen bereits älter sind, möchten sie jedoch auf einige Punkte und eventuelle Berichtigungen aufmerksam machen.
Ersteinmal zu uns: Wir, der Exotic Hedgehog Club Europe e.V. (EHCE e.V.) sind der erste eingetragene Verein für Halter und Züchter sowie Interessenten exotischer Igel. Wir legen unser Hauptaugenmerk sowohl auf die Verbreitung von Informationen und Hilfe bezüglich der artgerechten Haltung und Pflege exotischer Igel, als auch auf die kontrollierte und überdachte Nachzucht dieser Tiere sowie den Schutz von -in Not geratenen- Exoten , wobei sich letzteres glücklicherweise noch in Grenzen hält. Daher auch die heutige Kontaktaufnahme, von der wir uns versprechen eine Klarheiten und unsere neusten Erkenntnisse zum Thema exotische Igel mitzuteilen. Aussagen wie sie auf ihrer Homepage gemacht werden sind häufig bei Menschen zu finden (insbesondere Liebhaber unserer heimischen Igel) die fehlerhafterweise Ableitungen vom einheimischen auf exotische Igel ziehen und/oder sich noch nie ausgiebig mit der Haltung und Pflege exotischer Igel auseinander gesetzt haben. Die von ihnen gewonnen Erkenntnisse mögen zwar teilweise vor einigen Jahren noch zutreffend gewesen sein, sind jedoch nunmehr so nicht mehr korekt darstellbar.
So schreiben sie, dass bei Importen viele Tiere den Tod finden. Dies mag bei einigen Importen durch unsachgemäßen Import die Folge gewesen sein, jedoch werden diese Tiere mittlerweile gezielt nachgezüchtet und befinden sich Hierzulande schon längst im "Domestizierungsprozeß" welcher Importe so gut wie unnötig macht. Es wird kaum noch auf Importe zurückgegriffen da ausreichend Zuchttiere und auch "frisches Blut" vorhanden ist. Die hier zu erwerbenen Tiere stammen also zu fast 100% aus gezielten NZ. Was uns auch gleich zur zweiten Aussagen bringt welche besagt: Nachzuchten stammen hauptsächlich aus Inzucht. Diese Aussage entspricht nicht der Wahrheit. Zwar gibt es immermal Halter die wissentlich oder unwissentlich Verwandtenverpaarungen betreiben,diese sind jedoch nicht die Regel. Ganz im Gegenteil verfügen die Züchter heutzutage über genügend Blutlinien und nicht zuletzt die Arbeit des Vereins der die Registrierung, Aufklärung und gezielte Zucht mit Vermeidung von Inzucht betreibt hat diese fast gänzlich verhindert. Auch möchten wir hierbei betonen, dass Krankheiten wie das "Wobbly Hedgehog Syndrome" gerade wegen oben genannter Maßnahmen und auch gezielter Selektion und Zucht in Deutschland nicht anzutreffen sind. Um es ganz deutlich zu machen: es gibt seit dem Jahr 2001 in Deutschland nur 2 registrierte und deutlich nachgewiesene Fälle von WHS (und die Genreihen der betroffenen Tiere wurden gänzlichst ausgezüchtet) was bei der Vielzahl an Tieren in Deutschland keinerlei relevanz hat. Auch ist eine artgerechte Haltung dieser Tiere bei Einhaltung einiger Richtlinien sehr wohl möglich und umsetzbar! So wie es bei allen Tierarten der Fall ist bzw sein sollte. Man nehme Reptilien: auch diese benötigen bestimmte Voraussetzungen und auch scheinbar "normale Haustiere" wie Kaninchen bedürfen einer artgerechten Haltung die, im Gegensatz zum exotischen Igel, noch immer nicht (und das nach all den Jahren der Domestizierung) von uns Menschen umgesetzt wird. Wieviele Kaninchen fristen ihr Dasein in Einzelhaltung in Meterkäfigen in den Kinderzimmern? Ohne eine annähernd artgerechte Ernährung und Pflege?! Auch die Pflege eines scheinbar "einfachen Heimtieres" wie am Beispiel des Kaninchens erklärt, kann "kompliziert" und teuer sein wenn man sie auch artgerecht betreibt! Die Meisten exotischen Igel werden dank guter Aufklärung, nicht zuletzt durch die Züchter, durchaus artgerecht gehalten und ernährt. Auch die Nahrungsbeschaffung ist heutzutage weder schwierig noch besonders teuer und die Halter dieser Arten wissen worauf sie sich diesbezüglich einlassen. Als "Streicheltier" sollen diese Tiere auch nicht ausgelegt werden! Ganz im Gegenteil beruht die Aufklärung der Halter und Züchter darauf diesem Tier mit dem nöigen Respekt entgegen zu treten. Dennoch werden diese Tiere entgegen ihrer Aussagen auf der Homepage durchaus zahm und zutraulich. Sie sind sehr halterbezogen und durchaus als Heimtier geeignet. Wir möchten nicht, dass diese Tiere als Kuschel-oder ganz einfache Heimtiere dargestellt werden. Sie sind wie jedes andere Heimtier auch bestimmten Bedürfnissen unterlegen und man soll ihnen mit dem nötigen Respekt, der Fürsorge und Liebe entgegentreten die sie benötigen. Dennoch möchten wir, dass Aussagen bezüglich exotischer Igel auch den Tatsachen und der Wahrheit entsprechen, denn im Laufe der Jahre haben diese Tiere einen Domestizierungsprozeß durchlebt der sie aus den Heimen nicht wegdenken lässt. Sie sind zu Heimtieren geworden, auch wenn leider immernoch viele Tierschützer diese Tatsache scheinbar ignorieren. Gern würden wir uns wünschen gerade mit solchen Menschen enger zusammen zu arbeiten um die weitläufig falschen Aussagen von Igelschützern zu verbessern und auch der Toleranz und dem Schutz dieser Tiere näher zu kommen. Wir möchten hierbei erwähnen, dass sich auch gerade die Notfalltiere bei diesen Arten noch in sehr geringen Zahlen halten und wir auch weiterhin durch gezielte Hilfe und Aufklärung diesen Stand erhalten wollen. Da diese Tiere also definitiv weiterhin gezüchtet und gehalten werden, da sie nicht einfach wieder auszuwildern oder zu verbieten sind, ist es doch wünschenswert ein Ziel zu verfolgen das den Tieren dient. In unserem Fall ist es die artgerechte Haltung und Pflege sowie die Aufklärung und Verhinderung bzw Hilfe bei Notfällen. Wir betreiben daher gezielte Aufklärung was auch dieses Schreiben beinhalten sollte.
Wir wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude bei ihrer Arbeit für uns mit den Tieren.
Professionell informieren?! Kann ich;) Ja mal sehen ob was zurückkommt. Ich fände es nicht schlecht sich gerade mitb solchen Leuten einmal näher auseinander zu setzen! Die Aufklärung ist schon wichtig!
Also es kam eine erste Reaktion: die Schriftführerin schrieb, dass man sich für die ausführliche und interessante Mail in Sachen exotischer Igel bedanke und ich in nahrer Zukunft eine Reaktion der für diese Sache zuständigen Vereinsstelle bekommen würde...warten wir mal ab. Vielleicht haben wir ja ein wenig was erreicht?!
wir haben antwort erhalten und stellen euch diese zum lesen zur verfügung. uns ist aufgefallen, dass sich die nette dame hauptsächlich auf den europäischen igel bezieht und auf unsere schilderungen so gut wie gar nicht eingegangen ist, uns stattdessen nochmal auf diesen "hilfreichen" beitrag der mitarbeiter von proigel verweist, die sich damals (entschuldigung) recht dämlich bei der pflege anstellten.
liebe grüße und viel spaß beim lesen
Sehr geehrte Frau Müller-Sauck,
ich nehme Bezug auf Ihre obige E-Mail, die ich mit Interesse gelesen habe. Auf-grund meiner kontinuierlich hohen Arbeitsbelastung hat sich die Erledigung der Korrespondenz leider etwas verzögert, wofür ich um Ihr Verständnis bitte. Dennoch möchte ich es nicht versäumen, unsere Sicht der Dinge zu den von Ihnen geschilderten Sachverhalten darzulegen. Einige Ihrer Argumente klingen überzeugend, von anderen möchten wir uns hingegen distanzieren.
Unsere Vereinssatzung sieht ausdrücklich vor, dass wir uns nur für den ein-heimischen Igel engagieren und lässt es daher nicht zu, uns zusätzlich für exotische Igel einzusetzen, deren Haltung als Heimtiere oder im Zoohandel regelmäßig Anlass zur Beanstandung ergibt. Der Verein der Igelfreunde Stuttgart und Umgebung e.V. lehnt aufgrund seiner Erfahrungen die Haltung exotischer Igel in Gefangenschaft ausdrücklich ab. Aufgrund meiner 20-jährigen Tätigkeit in der erfolgreichen Behandlung von einheimischen Igeln und der zu-sätzlichen Ausbildung der Betreiber von 11 Igelstationen, um der sich ständig verschärfenden Pflegesituation überhaupt gerecht werden zu können, ergaben sich diese Erfahrungen, die ich auf der Homepage des Vereins publiziere. Deren Inhalte werden ständig aktualisiert, um einen hohen Informationsstandard zu gewährleisten, was die kontinuierliche Zunahme der Nutzer eindrucksvoll belegt. Dabei ist keinesfalls beabsichtigt, einseitig zu beeinflussen, sondern das hohe Maß an Erfahrung des Vereins möglichst gewinnbringend für den Erhalt des ein- heimischen Igels an die breite Öffentlichkeit weiterzugeben. Damit dient unser Verein nachweislich seit 20 Jahren gesetzeskonform dem Erhalt des einhei-mischen Igels und seiner arteigenen Lebensräume und sieht ihn keinesfalls als Heimtier in menschlichen Räumlichkeiten an, in die er Dank seiner natürlichen Überlebensfähigkeit auch nicht gehört. Der Igel bleibt ein Wildtier und Personen, die sich seinem Erhalt widmen, erkennen seine artspezifischen Bedürf-nisse und handeln entsprechend. Dabei wird der Igel nicht zum Streicheltier degradiert, vielmehr erlaubt er uns, während der über den Winter angebotenen Überlebenshilfe, wenn er als Insektenfresser keine Nahrung findet, über ihn zu lernen, um ihn im kommenden Frühjahr mit für ihn deutlich besseren Überlebenschancen wieder auswildern zu können. Wir gewähren also eine gesetzlich erlaubte Hilfe auf Zeit, keinesfalls die Züchtung eines Wildtieres in unseren eigenen Räumlichkeiten auf Dauer. Geographische Bedingungen führten dazu, dass exotische Igel an ganz andere Klimabedingungen adaptiert sind, die sich hier nur durch den Einsatz entsprechender Technik nachahmen lassen. Der Sinn besteht jedoch nicht darin, derart angepasste Tiere in unserer, für sie artfremden Umgebung zu halten und sie noch zu vermehren.
Das bei exotischen Igeln reduzierte oder völlig fehlende Pigment an Stacheln und Fell hebt seine Tarnung völlig auf, ein immenser Nachteil in der Natur, denn entsprechende Tiere werden zwangsläufig zur leichten Beute. Fehlendes Pigment der Retina erhöht die Empfindlichkeit der dahinter liegenden Aderhaut und ver-ursacht bei vermehrtem Lichteinfall entsprechende Irritationen und sogar Schmerzen. Erkrankungen des Auges sind bereits vorprogrammiert. Bitte infor-mieren Sie sich diesbezüglich auch anhand der im Internet verfügbaren Disser-tation von Frau Dr. Frauke Grastorf über Untersuchungen am Auge von erkrank-ten und gesunden Igeln. Wenn Sie exotische Igel züchten, betreiben Sie gewollt oder ungewollt eine Selektion, die der von Charles Darwin proklamierten genau konträr gerichtet ist. In der Natur dem „Lebenstauglichsten“ das Überleben und die Fortpflanzung sichernd, adaptieren Sie ein nach dem Bundes-naturschutzgesetz geschütztes Wildtier an eine für ihn widernatürliche Umwelt in Gestalt der menschlichen Wohnung.
In diesem Zusammenhang bitten wir auch darum, das Tierschutzgesetz in seiner aktuellen form zu beachten. Das Tier wird nicht mehr als Gegenstand oder Sache gesehen, ein immenser Fortschritt gegenüber alt hergebrachtem Denken. Zudem ist es artgerecht unterzubringen und darf auch sonst keinen Ein- schränkungen seiner natürlichen Lebensbedingungen unterliegen. Ob gezüchtete Igel mit den ursprünglichen Genen eines Wildtieres dabei auf Dauer artgerecht gehalten werden können, ist zweifelhaft. Aus der Literatur ist bekannt, dass Konrad Herter einheimische Igel für kurze Zeiträume in seiner Wohnung beherbergte, um ihre arteigenen Verhaltensweisen zu studieren. Die daraus ge-wonnenen Ergebnisse besitzen hohen Wert und nachhaltige Gültigkeit. Im Hinblick auf die von Ihnen durch gezielte Anpaarung erreichen Zuchterfolge sollten Sie bitte unbedingt den natürlichen Bedürfnissen frei lebender Igel in einer artgerechten Umwelt Respekt zollen. Sie werden dann sicherlich sehr schnell feststellen, das der Igel während seiner Evolution sehr gut ohne den Menschen, wenn nicht sogar besser, auskam. Erst durch den Menschen neu hinzugekommene Gefahren dezimieren heute seine Population und erschweren sein Überleben. Anlässlich des Darwinjahres veranstalten zahlreiche Museen in ganz Deutschland Sonderausstellungen zur Thematik der Evolution. Dies bietet eine einmalige Gelegenheit für jeden Interessieren, die bis heute bestätigten wesentlichen Merkmale der Evolution noch einmal zu erleben und zu erlernen. Es würde außerdem verdeutlichen, unter welchen Bedingungen der heimische Igel sich zu dem entwickelt hat, was er heute darstellt.
Abschließend möchte ich unbedingt noch auf den ebenfalls im Internet ver- fügbaren Erfahrungsbericht von Dr. Ditte und Giovanni Bandini verweisen, der sich umfangreich mit der Problematik exotischer Igel beschäftigt. Nach Kenntnis der Inhalte dieses Schreibens sind Sie vielleicht noch zusätzlich daran interessiert, welchen Beitrag Sie für unsere heimische Fauna leisten können. Möglichkeiten ergeben sich genug, zudem verfügt Berlin über ausgezeichnete Igelstationen, die Ihnen jederzeit gerne Anleitungen geben werden. Es lohnt sich immer, sich mit Sachverstand und dem gebotenen Elan für die heimische Fauna einzusetzen.
In der Hoffnung, Ihnen mit den geschilderten Informationen weitergeholfen zu haben, verbleibe ich
Huiuiui, die Damen kann genauso lange Texte schreiben wie Kitty ;)
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht so ganz los, dass sie den Europäischen Igel mit dem Exoten vergleicht. z.B. die fehlende Pigmentierung und Beute in der freien Natur... Also ich will meine Stachelnasen sicherlich nicht drausen laufen lassen, geschweigedenn aussetzen...
Aber sehr engagiert die Gute.
Ob der super tolle Text von Kitty da was gebracht hat...
Genau Suse, ich denke auch die haben nicht so ganz verstanden worum es geht. Ich finde es ja gut dass sie sich für die heimischen Igel so einsetzten, aber deswegen muss man nicht schlecht über andere Tiere reden.